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Chronik

Die Zeit vor der Vereinsgründung

Seit eh und je waren die Menschen in dem 650 m hoch gelegenen Albdörflein Bartholomä aufgeschlossen für den Gesang und die Musik. So wurde bereits in den Jahren vor dem ersten Weltkieg ein reges kulturelles Leben gepflegt. Neben einem sehr aktiven Turnverein und einem rührigen Gesangverein existierte auch eine Musikkapelle. Leider hatten die Kriegsjahre 1914 bis 1918 in die noch wenigen Musiker große Lücken gerissen und das musikalische Leben für fast 3 Jahrzehnte lahmgelegt.

Nach dem Zusammenbruch des verheerenden Krieges im Jahre 1945 regten sich trotz aller Not in Bartholomä Kräfte, einen in der Gemeinde längst gehegten Wunsch zu verwirklichen, eine dorfeigene Musikkapelle aufzubauen. Mit großen Mühen und Anstrengungen gelang es, einige gebrauchte Musikinstrumente aufzutreiben. Durch Eigenstudium und Freude an der Musik gelang es dieses hohe Kulturgut in unserer Gemeinde wieder aufleben zu lassen. Als in dieser Zeit aus Südmähren die befähigte Musikerfamilie Haas nach Bartholomä zugezogen war, bemühte sich der Leiter des Gesangvereins, Herr Hans Baur, um die Zusammenführung aller im Ort musizierenden Kräfte. Nach einer ersten Zusammenkunft im Gasthaus zum Hirsch wurde mit 9 begeisterten Musikern ein bescheidener Anfang gemacht. Die ersten Erfolge, welche die junge Kapelle schon nach kurzer Zeit erreichen konnte, zogen junge Kräfte an. Eine beachtliche Aufwärtsentwicklung brachte für die mutigen Musiker als mit Herrn Johann Haas sen. ein überaus befähigter Musiker als Dirigent gewonnen werden konnte. Er widmete sich vor allem um die Ausbildung des Nachwuchses, wobei dank seiner Umsicht und seines musikalischen Könnens die Kapelle schon nach kurzer Zeit im Jahre 1950 an Fronleichnam zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat. Im Herbst 1951 konnte das 1. Konzert abgehalten werden, welches ein voller Erfolg für die junge Kapelle wurde.

Die Vereinsgründung

Nach diesem erfolgversprechenden Anfang lag es nahe, diesen jungen musizierenden Kräften ein festes Gefüge zu geben. Am 27. Juli 1953 wurde bei der Gründungsversammlung im Gasthaus zum »Hasen« der Musikverein offiziell ins Leben gerufen. Mit den 12 aktiven, jungen Musikern trugen sich 60 Mitglieder in die Vereinsliste ein und gaben damit dem Verein in der Gemeinde ein festes Gefüge. Zur Führung des Vereins wurde Herr Hans Baur als 1. Vorstand einstimmig gewählt. Unter dem Motto „Freude schaffen – Freude schenken« brachte der Vorstand dem neu gegründeten Verein untenstehende Worte zu Protokoll.
Damit war der Grundstein gelegt und diese ausdrucksvollen Worte sind schon bald auf fruchtbaren Boden gefallen.

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Die Phase der Konsolidierung

Der Weg für eine erfolgversprechende Entwicklung war geebnet und trug auch bald unter der umsichtigen Leitung des Dirigenten Herrn Hans Haas ihre Früchte. Beim Bezirksmusikfest im Jahre 1955 in Mutlangen nahm die Kapelle erstmals am Wertungsspiel teil und konnte als sichtbaren und unerwarteten Erfolg einen 1. Rang erringen. Diese beachtliche Auszeichnung trug dazu bei, die Kapelle in ihrer Aufgabe, gute Volksmusik zu pflegen, in sich selbst zu festigen und weiter auszubauen. Während die Musikkapelle auf 18 Mann angewachsen war, konnten bei der Generalversammlung 1962 über 100 Mitglieder registriert werden. Durch die vielen Auftritte der Kapelle in der Gemeinde konnte der Verein einen festen Platz unter den Vereinen einnehmen. Nach vielen Bemühungen und viel Fleiß konnte sich der Verein einen eigenen Festplatz für die Abhaltung von Sommerfesten auf dem Wirtsberg ausbauen, sehr zur Freude für alle Besucher. Am 1./2. Juli 1961 konnte das erste Sommerfest, genannt Heckenfest, mit großem Erfolg abgehalten werden.

Eine schwere Bewährungsprobe musste der Verein durchstehen, nachdem im Jahre 1962 der langjährige und beliebte Dirigent Hans Haas aus gesundheitlichen Gründen seinen Taktstock niederlegen musste. Er wurde in Anbetracht seiner großen Verdienste zum Ehrendirigenten ernannt, während sein Sohn Ludwig seine Nachfolge, jedoch nur vorübergehend, antrat. Vorstand Hans Baur übernahm aushilfsweise die Leitung der Kapelle, bis sich schließlich Herr Georg Feichtenbeiner als aktiver Musiker bereit erklärte, dieses Amt zu übernehmen. Unter seiner Leitung konnte sich die Kapelle weiter festigen und ihre Stellung im kulturellen Leben der Gemeinde und unter den Vereinen weiter ausbauen. Erstmals konnte sich die Kapelle eine neue Uniform anschaffen und konnte sich damit auch nach außen profilieren. Nach vierjähriger erfolgreicher Tätigkeit legte Herr Feichtenbeiner sein Amt nieder, wonach der Leiter der Burgenlandkapelle, Herr Robert Payer aus Schwäbisch Gmünd, leider nur für kurze Zeit, diese Aufgabe übernahm. Seine musikalischen Kenntnisse kamen der Kapelle sehr zugute.

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Die Phase der Leistungssteigerung

Im Herbst 1968 gelang es dem Vorstand Hans Baur nach langen Bemühungen einen jungen und qualifizierten Dirigenten zu gewinnen. Herr Albert Geiger aus Steinheim, Ausbilder und Leiter der dortigen Jugendkapelle und des Harmonikaorchesters, brachte alle Voraussetzungen für einen guten Dirigenten mit. Unter seiner zielbewussten Ausbildung führte er die Kapelle zu einem beachtlichen Leistungsvermögen. Auch seine unermüdlichen Ausbildungsbemühungen bei der Jugend trugen bald reichliche Früchte. Die Kapelle ist in kurzer Zeit auf 25 Musiker gewachsen. Die zur Aufführung gebrachten Konzerte fanden beim Publikum einen überwältigenden Erfolg. Der Verein wurde in dieser Zeit nach innen und außen gefestigt und gewann unter der Einwohnerschaft großes Ansehen.

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Kreismusikfest mit 20-jährigem Bestehen

Als Höhepunkt in der Geschichte des Musikvereins kann wohl die Durchführung des Kreisverbandsmusikfestes vom 23. - 26. Juni 1972, verbunden mit dem 20-jährigen Bestehen, genannt werden. Mit einem reichhaltigen Festprogramm, unter der Mitwirkung der Patenkapelle des Musikverein Steinheim und der Gastkapelle aus Schattwald/Tirol, konnte dieses Fest als ein großer Erfolg verbucht werden. Insgesamt waren 25 Gastvereine zu Besuch. Für 50 Jahre Dienst an der Volksmusik konnte Herr Hans Haas als Ehrendirigent, und für 30 Jahre aktive Tätigkeit Herr Ludwig Haas geehrt werden. Eine weitere große Anzahl unserer Musiker konnte mit der Ehrennadel in Silber und Bronze ausgezeichnet werden. Ein besonderer Höhepunkt des Festes war das Heimattreffen aller Bartholomäer, welches einen ganz hervorragenden Anklang fand.

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Erfolgreiche Jugendarbeit und Vereinsarbeit

Nach dem großartigen Erfolg des Kreisverbandsmusikfestes kam leider schon bald für die Kapelle und den Verein eine schwere Bewährungsprobe. Nach 5-jähriger sehr erfolgreicher Tätigkeit legte Herr Albert Geiger sein Amt als Dirigent nieder. Mit ihm stellte auch der 1. Vorstand Hans Baur sein Amt nach 20-jähriger unermüdlicher, erfolgreicher Leitung zur Verfügung. Als sein Nachfolger konnte zum neuen Vorsitzenden Herr Otto Krieg gewählt werden. Seine dringendste Aufgabe war es doch, einen neuen Dirigenten für die Kapelle zu finden. Nach langen Bemühungen gelang es, als Nachfolger einen langjährigen, sehr erfahrenen Dirigenten, Herrn Kaspar Schirle aus Mögglingen, zu gewinnen. Die großen Erfahrungen und Kenntnisse, welche sich Herr Schirle als Vorsitzender des Volksmusikerbundes im Ostalbkreis in mehr als 4 Jahrzehnten musikalischer Tätigkeit zu eigen gemacht hatte, kamen unserer Kapelle schon sehr bald zugute. Die intensiven Probenabende führten die Kapelle auch zu ihren höchsten Auszeichnungen, die jemals errungen werden konnten. Beim Kreisverbandsmusikfest am 29.06.1975 in Bargau wurde die Kapelle mit einem 1. Rang mit Auszeichnung benotet. Dieselbe Auszeichnung wurde der Kapelle am 20.8.1977 beim Kreisverbandsmusikfest in Oberkochen zuteil. Diese großartigen Erfolge unserer Kapelle waren ein Beweis für den guten Leistungsstand und damit auch das musikalische Können unseres Dirigenten, Herrn Kaspar Schirle.

Auch die Jugendarbeit, die Heranbildung eines Nachwuchses, war ein großes Anliegen. Eine neue Jugendgruppe wurde ins Leben gerufen und fand unter der Einwohnerschaft großes Interesse. Unter der Leitung unseres Dirigenten Herrn Kaspar Schirle wurden damals in regelmäßigen Probenabenden rund 30 Jugendliche ausgebildet. Einen großen Beitrag hierzu leisteten dabei unsere aktiven Musiker Erwin Egl, Robert Aubele, Bernhard Boger, Adolf Mayer und Ludwig Krieg, welche sich mit viel Idealismus und Opferbereitschaft der Einzelausbildung widmeten. Ihren 1. Auftritt wagte die noch junge Kapelle bei der Weihnachtsfeier am 27.12.1975. Unsere Jungmusiker konnten beim Jugendkritikspiel in Lautem am 21.5.1978 einen überragenden Erfolg mit der Benotung »sehr gut - gut« erringen. Wir schätzen uns heute glücklich, diese Jugend in unseren Reihen zu haben, damit auch in Zukunft unserer aktiven Kapelle immer wieder neuer Nachwuchs zugeführt wird.

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25-jähriges Jubiläum mit Fahnenweihe

In der heutigen Zeit des technischen Fortschritts mag es veraltet und verwunderlich erscheinen, ein 25-jähriges Vereinsjubiläum in feierlicher Form zu begehen. Und dennoch, wer in der Vereinschronik blättert wird mit Bewunderung feststellen, mit wie viel Idealismus und persönlicher Einsatzbereitschaft, selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die Volksmusik in unserer Heimatgemeinde gepflegt wurde. Man wird aber auch erkennen müssen, dass persönliche Einsatzbereitschaft und Idealismus auch heute noch die besten Garanten für das Bestehen der Gegenwart und der Zukunft sind. Für uns ist es deshalb nicht nur eine Verpflichtung jenen Männern gegenüber, die mit sehr viel Mut den Musikverein gegründet und geführt haben, sondern ein echtes Bedürfnis, dieses Jubiläum in würdiger Form zu begehen, um dadurch einen deutlichen Meilenstein in der Geschichte des Musikvereins zu setzen.

Diese Jubiläumstage wollen wir auch dazu nutzen, erstmals eine Vereinsfahne zu weihen. Die neue Fahne, welche von der Firma Neff in Biberach hergestellt wurde, trägt auf der einen Seite das Ortsbild mit den beiden Kirchen und auf der Rückseite eine Lyra mit dem Spruch: »Im Reiche der Töne - erblühe das Schöne«. Möge diese Fahne als ein Symbol der Kameradschaft und Freundschaft unseren Verein nach innen und außen festigen und für uns alle Ansporn sein, das übernommene Kulturgut der Volksmusik zu pflegen und alle Probleme der Zukunft in gemeinsamer Arbeit zu meistern. Dann können wir mit Zuversicht und Optimismus den kommenden Jahrzehnten entgegen sehen. Sie möge auch einer kommenden Generation richtungsweisend sein, für weitere zielbewusste Arbeit in der Pflege der deutschen Volksmusik zum Nutzen und Segen unserer Heimatgemeinde.« Otto Krieg, 1. Vorsitzender.

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Von der Gemeinde eine Klarinette anlässlich des 30-jährigen Jubiläums

Zahlreiche blasmusikbegeisterte Gäste konnte Herr Otto Krieg, 1. Vorsitzender des Musikvereins Bartholomä, beim Festkonzert anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Musikvereins begrüßen. Die tänzerische Ouvertüre „Musik – Musik“ von R. Zettler, gespielt von der Kapelle des Musikvereins Bartholomä unter der Leitung von Herrn Gerhard Samesch, bildete den Auftakt zu diesem Festkonzert. Es folgte die Ouvertüre „Nordlicht“ von D. Herborg und der Konzertwalzer „Welcome to Austria“ von K. Safarie. Einen besonderen Leckerbissen bildete die „Slawa-Fantasie“ von G. Lotterer. Mit diesem rhythmisch und dynamisch abwechslungsreich gespielten slawischen Liedern und Tänzen brachte die Kapelle ihr ganzes musikalisches Leistungsvermögen zum Ausdruck. Das „Folk-Sing-Medley“ von H. Hartwig und der Marsch „Hoch Heidecksburg“ von R. Herzer rundeten das musikalische Programm ab.

In seiner Festansprache blätterte Otto Krieg in der Vereinschronik. Heute (1983) wird der Musikverein von 210 aktiven und passiven Mitgliedern getragen. Nach Kaspar Schirle und Erwin Kleiner übernahm schließlich 1982 Gerhard Samesch das Amt des Dirigenten. Otto Krieg betonte besonders, dass die Kapelle 1980 erstmals bei einer Marschmusikbewertung einen ersten Rang mit Auszeichnung erringen konnte und gleichzeitig als beste Kapelle mit dem Ehrenpreis des Ostalbkreises ausgezeichnet wurde. Ebenso sei es 1983 in Jagstzell gelungen einen ersten Rang mit Belobigung zu erspielen. Für diesen Erfolg in der Mittelstufe habe die Kapelle den Ehrenpokal der Max-Mayer-Stiftung erhalten.

Dass die Sorge um den Dirigenten und den Nachwuchs, ebenso wie viele Konzerte und gemeinsames Musizieren zur 30-jährigen Vereinsgeschichte gehörten, stellte Bürgermeister Bruno Hailer in seinem Grußwort fest. Acht Dirigenten und zwei Vorstände hätten in dieser Zeit viel Idealismus und Arbeit investieren müssen, um die Kapelle auf den heutigen Stand (1983) zu bringen. Wie arm eine Gemeinde wie Bartholomä ohne Musikverein und ohne Gesangverein wäre, könne er sich gar nicht vorstellen, sagte Bürgermeister Hailer. Wenn man jetzt das 30-jährige Bestehen der Musikkapelle in kleinem festlichen Rahmen feiert, so erinnere man sich doch noch lebhaftig an die großen Feste zum 20-jährigen Jubiläum 1972 mit dem angeschlossenen Kreisverbandsmusikfest und das mehrtägige Zeltfest zum 25-jährigen Jubiläum, als über 60 Musikkapellen den Festzug gestalteten. Mit den besten Wünschen für die weiteren Vereinsjahre überbrachte Bürgermeister Bruno Hailer im Auftrag der Gemeinde eine B-Klarinette zum Vereinsjubiläum. (aus einem Bericht von Wolfgang Stütz für die Remszeitung)

Ein neues Probenlokal

Zur Generalversammlung am 8.3.1985 hatte der Musikverein seine Mitglieder ins Gasthaus „Stern“ eingeladen. Vorsitzender Otto Krieg begrüßte nach der musikalischen Eröffnung besonders Bürgermeister Bruno Hailer. Rückblickend auf das vergangene Jahr hob Otto Krieg einige Höhepunkte hervor. Annähernd 30 Mal spielte die Kapelle bei Festen und Feiern, Ständchen und kirchlichen Anlässen sowie außerhalb der Gemeinde. Die Kapelle des Musikvereins zählte damals 30 Musiker, wobei 10 noch unter 18 Jahre alt waren. Insgesamt musizierten 21 Jugendliche beim Musikverein Bartholomä. Seinen besonderen Dank richtete Otto Krieg an den Jugendleiter Adolf Mayer, der in zusätzlichen Gruppenstunden die Jugendlichen in Praxis und Theorie ausbildete.

Das Probenlokal des Musikvereins war seit der Gründung des Vereins das Gasthaus „Zum Hasen“. Die Gemeinde hat nun (1985) in der „Alten Schule“ (das heutige Dorfhaus) einen Raum zur Verfügung gestellt, der in vielen Stunden durch Eigenleistungen der Musiker zu einem ansprechenden Probenraum hergerichtet wurde. Bürgermeister Hailer sicherte die Unterstützung der Gemeinde bei konkreten Anlässen zu, um die eigenständige Aktivität und Initiative zu fördern. Spaß und Glück wünschte er dem Verein mit dem neuen Probenraum, zu dessen Ausbau die Gemeinde den Verein mit der Bereitstellung des Baumaterials unterstützte. Abschließend rief Hailer alle Mitglieder, vor allem die erfahrenen Festorganisatoren auf, beim Dorffest kräftig mitzuziehen, um durch gemeinsames Schaffen und Freude zum Gelingen beizutragen.
(aus einem Bericht von Wolfgnag Stütz für die Gmünder Tagespost)

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Neue Räume erwartet

Der Musikverein Bartholomä hofft auf bessere Bedingungen durch neue Proberäume im Dorfhaus, welches im Sommer fertiggestellt werden soll. Darauf wies Vorsitzender Otto Krieg bei der Hauptversammlung im Gasthaus „Stern“ am 16.3.1990 hin. Die Musikkapelle eröffnete mit einem Marsch die Versammlung und Vorsitzender Otto Krieg begrüßte die Anwesenden. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“, gespielt unter der Leitung von Gerhard Samesch, wurde den im Berichtsjahr verstorbenen Vereinsmitglieder gedacht.

Einen Überblick über ein ereignisreiches Jahr gab Otto Krieg. 26 Auftritte und 40 Musikproben waren von den Aktiven zu bewältigen. Unter anderem beim Kreisfeuerwehrtag in Böbingen und bei den Straßenfesten in Lautern und in Bartholomä war die Kapelle gefordert. Zum Probenbesuch meinte Otto Krieg, dass dieser durchaus besser sein sollte, da ein durchschnittlicher Besuch von 76 Prozent doch zu wünschen übrig lasse, zumal die Kapelle in einzelnen Stimmen zahlenmäßig schwach besetzt ist. Die Proben finden derzeit im Schulhaus statt. Auf bessere Bedingungen hofft der Musikverein nach Fertigstellung des Dorfhauses im Sommer (1990).

Dirigent Gerhard Samesch hofft, dass in absehbarer Zeit die aktive Kapelle des Musikvereins durch den Übertritt von mehreren Jungmusikern wieder gestärkt wird. Jugendleiter Adolf Mayer berichtete über mehrere Auftritte. Ziel der seit vielen Jahren durchgeführten Jugendfreizeit war dieses Mal das Kleine Walsertal. Die D3-Prüfung wurde 1989 von einem Jugendlichen abgelegt und die D1-Prüfung bestanden drei junge Musiker mit Bravour. Bei der Weihnachtsfeier des Musikvereins trat erstmals die Anfängergruppe vor ein größeres Publikum. Bürgermeister Georg Haas erläuterte die Aufteilung des Dorfhauses, insbesondere in Bezug auf die Nutzung der Räume durch die musik- und gesangtreibenden Vereine. (aus einem Bericht von Wolfgang Stütz für die Remszeitung)

Mit Pfiff ins Schwabenalter

Vom 11. bis 13. Juni 1993 feierte der Musikverein Bartholomä sein 40-jähriges Jubiläum. Im Festzelt auf der Marktwiese wurde ein buntes Programm für Jung und Alt geboten. Den Festabend eröffnete der Musikverein unter der Leitung von Vaclav Maly Karel mit der „Festlichen Eröffnungsmusik“. Der 1. Vorsitzende, Herr Hans Bernert, hieß die Festbesucher herzlich willkommen. In seiner Festrede ließ er nochmals die Höhepunkte der Vereinschronik Revue passieren und stellte fest, dass mit Idealismus und persönlicher Einsatzbereitschaft die Blasmusik in Bartholomä gepflegt wird.

Als erster Gratulant trat Bürgermeister Georg Haas auf die Bühne. Er überbrachte die Grüße der Gemeinde und überreichte dem 1. Vorsitzenden einen großzügigen Scheck. Die Grüße der örtlichen Vereine überbrachte Herr Bruno Bieser. Auch er überreichte einen Scheck, für den sich der Musikverein einen Notenkoffer kaufen wird. Auch Herr Otto Krieg von der Raiffeisenbank gratulierte dem Jubelverein. Er überreichte einen Scheck sowie ein Kuvert für die Musikerkasse. (aus einem Bericht der Remszeitung)

Blasmusikfestival zugunsten der "Deutschen Krebshilfe"

Drei Kapellen konzertierten am Samstag, den 2.12.1995, in der großen STB-Turnhalle zugunsten der Deutschen Krebshilfe. Rund 800 Besucher konnte unser Ehrenvorsitzender Herr Otto Krieg begrüßen, darunter auch den „Hausherren“ Herrn Erwin Beutel vom STB-Sozialwerk, wie das Wilhelm-Obermeyer-Turnerhilfswerk jetzt heißt. Im Namen der Schirmherren, Staatssekretär Rainer Brechtgen und Bürgermeister Klaus Maier, sprach Bürgermeister Georg Haas. Er stellte in kurzen Worten die Deutsche Krebshilfe vor, die von Mildred Scheel vor 21 Jahren gegründet wurde. 2.000 Kinder erkranken jährlich an dieser schrecklichen Krankheit. Deshalb habe sich die Deutsche Krebshilfe die Erforschung dieser Krankheit zum Ziel gesetzt, teilte Gerg Haas mit und dankte deshalb den Besuchern, die mit ihrem Kommen dieses Ziel unterstützen und den Kapellen für deren Engagement. Nach einem umfangreichen Programm der Werkkapelle Spießhofer & Braun, des Musikvereins Boll und des Musikvereins Bartholomä wurden die Akteure mit „Standing Ovations“ belohnt und verabschiedet.

Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen des Vereins
Musikalischer Bogen durch fünf Jahrzehnte

FRAME14 Der musikalische Bogen reichte durch die fünf Jahrzehnte musikalischer Arbeit des Musikvereins. Markus Egl führte durch das von Dirigentin Petra Stütz zusammengestellte Programm und versorgte die Konzertbesucher mit Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stücken. Dem Anlass entsprechend trug das Eröffnungsstück festliche Charakterzüge: "Glückliche Fahrt", eine Ouvertüre von Richard Zettler. Kurt Rehfeld und seine Stuttgarter Blasmusik sind vielen bekannt. Eines seiner Erfolgsstücke präsentierte der MV Bartholomä als Huldigung an die schwäbische Heimat: "Klingendes Schwabenland".

Mit Melodien wie "Horch, was kommt von draußen rein", "Drunten im Unterland" oder "Jetzt gang i ans Brünnele" nahm das Orchester die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durchs Ländle. Der Charakter der einzelnen Lieder wurde durch den Einsatz der entsprechenden Instrumentalregister betont. Die Solisten dabei waren Erwin Egl am Flügelhorn und Armin Lauber an der Posaune. Vom Kontrast lebt die Musik und auch ein Konzertprogramm. Vom bodenständig Schwäbischen führte der Musikverein seine Zuhörer in die Straßen von New York mit den bekanntesten Melodien aus Leonard Bernsteins "West Side Story".

Einen 1. Rang erreichte der MV 1955 bei seinem ersten Wertungsspiel in Mutlangen mit der Blasmusikouvertüre "Die beiden Savoyarden".
Basierend auf der komischen Operette "Le 66" von Jacques Offenbach präsentierte der Verein eine gelungene Umsetzung der bekannten Melodien. Den Traum von einer Welt ohne Krieg hat Jacob de Haan in seiner Auftragskomposition "Free World Fantasie" niedergeschrieben. Feinfühlig und gut gelungen setzten die Bläser unter der Stabführung von Petra Stütz dieses anspruchsvolle Werk um. Zur Jubiläumskapelle stießen nach der Pause einige Ehemalige, die extra zum Jubiläumskonzert ihre Instrumente wieder auspackten. So verstärkt ging es an Klassiker der Blasmusik. Zuerst typisch volkstümlich mit der "Amboss Polka". Einer der herausragendsten Militärmärsche ist der "Alte Dessauer", benannt nach dem Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau. Anspruchsvolle Posten (Solos) der Trompete setzen einen ausgezeichneten Trompeter als Solisten voraus. Gleich doppelt besetzt präsentierte der Musikverein Bartholomä diesen Klassiker der Märsche mit Peter Egl und Markus Egl an den Solotrompeten. Franz Watz hat den ursprünglich von Rudolf Novacek für das Infanterieregiment Nr. 28 in Prag geschriebenen "Castaldo Marsch" bearbeitet. Dieser Marsch begleitet den Musikverein Bartholomä seit seiner Gründung und ist heute noch eine gern gehörte Marschkomposition für Blasorchester. Der musikalische Reigen des Jubiläumskonzertes fand in Hermann Dostals "Fliegermarsch" seinen abschließenden Höhepunkt. Als Bestätigung dafür, dass die junge Dirigentin Petra Stütz mit ihrer Auswahl den Geschmack des Publikums getroffen hat und die Umsetzung in musikalischer Form voll gelungen ist, muss man die lautstarke Forderung nach Zugaben werten. Peter und Markus Egl ließen es sich dabei auch nicht nehmen, den "Alten Dessauer" noch einmal zu präsentieren. Der Musikverein kann mit Stolz diesen Konzertabend als ein weiteres musikalisches Highlight in seine Chronik aufnehmen.
(aus einem Bericht von Wolfgang Stütz für die Remszeitung)

Frühjahrskskonzert zum 60-jährigen Vereinsjubiläum

Der Musikverein Bartholomä feierte seinen 60. Geburtstag mit einem großen Konzert.

Im Juli, wenn das größe Zeltfest auf der Marktwiese statt findet, sind es genau 60 Jahre, dass die Musiker der schon 2 Jahre zuvor bestehenden Kapelle den Musikverein Bartholomä gründeten und Hans Baur zum ersten Vorsitzenden bestimmten. Dieser wählte für das Gründungsprotokoll die Überschrift "Freude schaffen - Freude schenken".

Dass der Musikverein Bartholomä auch nach 60 Jahren diesem Wunsch entspricht, das bewiesen die Akteure am Samstag beim Frühjahrskonzert in der TSV-Halle. Die Jugend hatte den Vortritt. Spielerisch machen die Kinder im Froschorchester, der musikalischen Früherziehung im Musikverein unter der Leitung von Svenja Kreisel ihre ersten musikalischen Schritte. Sie stellten sich erstmals mit zwei Reigentänzen dem Publikum vor und wurden mit großem Applaus belohnt. Gleich mit 2 Gruppen zeigten die MV-Kids unter der Leitung von Marianne Bucher, was sie gelernt haben und ernteten ebenfalls verdienten Beifall.

Bürgermeister Thomas Kuhn gratulierte dem Musikverein und dankte für das in 60 Jahren Geleistete. "Viele Veranstaltungen erfahren durch die Musik erst den richtigen Rahmen", stellte der Bürgermeister heraus und konnte viele Beispiele dafür aufzählen und "Ein Vereinsjubiläum sei immer ein Anlass, denen zu danken, die über viele Jahre den Verein und die Musik unterstützt haben". Als Verteter des Blasmusikverbands Ostalb war dessen stellvertretender Vorsitzender Paul Abele nach Bartholomä gekommen und gratulierte Svenja Kreisel für 10 Jahre als aktive Musikerin. Für 30-jährige Dirigententätigkeit überreichte Paul Abele die Ehrennadel in Gold mit Diamant an Peter Schröppel.

Viele langjährige fördernde Mitglieder wurden von den Vorständen Reinhard Kreisel und Dieter Strack, unterstützt von Paul Abele, geehrt. Darunter Gerhard Nitsche, langjähriger Fähnrich des Musikvereins, und Heribert Rieger als Gründungsmitglied und langjähriger Funktionär in den Gremien des Musikvereins.

Die Kapelle führte ihre Konzertbesucher zunächst nach Österreich und militärisch zackig erklang als Einleitung der "Deutschmeister Regimentsmarsch", 120 Jahre nach der Uraufführung 1893 im Casino St. Veit. Auf diesen bekannten Marsch folgte ein bunter Melodienstrauß mit "Im Prater blühn wieder die Bäume" oder "Die ganze Welt ist himmelblau" aus der Feder von Robert Stolz. Beim "Klarinettenkonzert Nr. 3" von Carl Stamitz zeigte sich das einfühlsame Zusammenspiel zwischen Orchester und dem Solisten Peter Schröppel. Einen musikalischen Zeitsprung in die Gegenwart brachte "Ich gehör nur mir" aus dem Musical Elisabeth. Hier zeigten Anita Krieg und Peter Schröppel, dass sie als Gesangsduo auch Musicalmelodien perfekt darbieten können. Der zweite Konzertblock brachte bekannteste Melodien der verschiedenen Egerländer-Kapellen von Ernst Mosch bis Elmar Wolf. "Ein Egerländer Traum", "Polka mit Herz" und die "Feierabend Serenade" erklangen instrumental, die "Prager Polka" und die "Christina Polka" mit dem Gesangsduo Anita und Peter.

Nach dem konzertanten Teil luden die Musikanten ein zum Tanz in den Frühling und die Gäste tanzten zu schmissiger Musik von Polka und Marsch bis zu den Hits von Wolfgang Petry. Das Frühlingskonzert des Musikvereins war ein gelungener Auftakt in das Jubiläumsjahr. (Bericht von Wolfgang Stütz)

Musikverein Bartholomä